Seminar über Computeralgebra, Darstellungstheorie und Kombinatorik
Sommersemester 2012
Prof. Dr. Peter Bürgisser
Termin: Freitag, 9:15 - 10:45 Uhr im E2.304
Beginn: Freitag, 13. April 2012
Interessenten für Vorträge sollen sich bitte bald mit mir in
Verbindung setzen.
Email: pbuerg "at" math.upb.de
Die Themen werden nach dem Prinzip first come first serve vergeben.
Vorträge
| Datum |
Titel |
Betreuer |
| 13.4. |
Ein kombinatorischer Algorithmus zur Berechnung der Determinante |
Ikenmeyer |
| 20.4. |
Kettenbrüche und diophantische Approximation |
Bürgisser |
| 27.4. |
Schnelle lineare Algebra |
Bürgisser |
| 18.5. |
Eine untere Schranke zur Berechnungskomplexität der nichtkommutativen Determinante |
Mengel |
| 25.5. |
Die Sätze von Kirchhoff und Fisher, Kasteleyn und Temperley |
Mengel |
| 1.6. |
Primzahltests |
Bürgisser |
| 8.6. |
Tableau Straightening und irreduzible Darstellungen der allgemeinen
linearen Gruppe |
Ikenmeyer |
| 15.6. |
Symmetrische Polynome |
Ikenmeyer |
| 22.6. |
Satz von Wedderburn |
Bürgisser |
| 6.7. |
Der Stabilisator der Determinante |
Ikenmeyer |
Themen
Kettenbrüche und diophantische Approximation (schon vergeben)
Kettenbrüche sind ein klassisches System zur Darstellung reeller Zahlen und
werden mit einer Variante von Euklids Algorithmus berechnet. Sie liefern
Bestapproximationen von reellen Zahlen durch Brüche. Kettenbrüche haben
Anwendungen in der Zahlentheorie und Kryptographie aber auch in der Theorie
dynamischer Systeme.
Quellen:
- von zur Gathen und Gerhard, Moderne Computeralgebra, §4.6
- Hardy and Wright, Theory of Numbers, Kapitel X
Schnelle lineare Algebra (schon vergeben)
Hier geht es um Wiedemanns Algorithms, mit dem ein quadratisches lineares Gleichungssystem
Ax=b effizient gelöst werden kann, sofern das Matrix-Vektor Produkt effizient berechnet
werden kann (z.B. weil A dünn besetzt ist). Dazu verwendet man die Theorie linear
rekurrenter Folgen.
Quellen:
- von zur Gathen und Gerhard, Moderne Computeralgebra, Kapitel 12
Primzahltests (schon vergeben)
Der Miller-Rabin Primalitätstest und seine Erweiterungen sollen diskutiert werden,
möglicherweise bis hin zum AKS Test.
Quellen:
- von zur Gathen und Gerhard, Moderne Computeralgebra, §18.4
- Dietzfelbinger, Primality Testing in Polynomial Time
Symmetrische Polynome (schon vergeben)
Symmetrische Polynome sind omnipräsent in der Mathematik. Es sollen verschiedene Basen
konstruiert und beschrieben werden, wie diese umgerechnet werden.
Quellen:
- Stanley, Enumerative Combinatorics, Vol II, §7.1 - §7.7
Satz von Wedderburn (schon vergeben)
Dieser fundamentale Struktursatz besagt, dass jede halbeinfache Algebra über einem Körper
isomorph zu einem endlichen Produkt von Matrixringen über Divisionsalgebren ist. Dieses
Thema schliesst an die Vorlesung über Darstellungstheorie an.
Quellen:
- Wüstholz, Algebra, §22
- Lorenz, Einführung in die Algebra II, §29.1-3
Tableau Straightening und irreduzible Darstellungen der allgemeinen
linearen Gruppe (schon vergeben)
In diesem Vortrag soll ein kombinatorischer Zugang zu den irreduziblen
Darstellungen der allgemeinen linearen Gruppe vorgestellt werden. Ein
wichtiger Bestandteil ist der sogenannte "Straightening Algorithmus",
mit welchem man zu Tableaux gehörige Vektoren als Linearkombination von
zu Semistandardtableaux gehörigen Vektoren darstellen kann.
Quellen:
- Fulton, "Young Tableaux", Kap. 8.1 und 8.2
Algorithmische Nutzung von Inklusion-Exklusion
Das Prinzip der Inklusion-Exklusion ist eine grundlegende Technik in vielen Teilen der
Mathematik. Hier soll vorgestellt werden, wie mit seiner Hilfe Algorithmen zum Zählen diskreter
Objekte entwickelt werden können, deren Laufzeit schneller ist als naives vollständiges
Enumerieren der Objekte.
Quellen:
- Husfeldt, Invitation to Algorithmic Uses of Inclusion-Exclusion
Ein kombinatorischer Algorithmus zur Berechnung der Determinante (schon vergeben)
In diesem Vortrag soll eine Arbeit von Mahajan und Vinay vorgestellt
werden, in welcher eine kombinatorische Charakterisierung der
Determinante eingeführt wird. Diese Charakterisierung liefert einen
einfachen, kombinatorischen Algorithmus zur Determinantenberechnung,
welcher nicht auf linearer Algebra basiert und auch keine Divisionen
erfordert.
Quellen:
- Mahajan, Vinay, 1997, "Determinant: Combinatorics, Algorithms and
Complexity"
Chicago Journal of Theoretical Computer Science
Eine untere Schranke zur Berechnungskomplexität der nichtkommutativen Determinante (schon vergeben)
Schnelle Algorithmen zur Berechnung der Determinante nutzen die Kommutativität der Multiplikation
in Körpern. Es soll gezeigt werden, dass wenn diese nicht gegeben ist, die Berechnung
der Determinante schwer wird.
Quellen:
- Nisan, Lower Bounds for Non-Commutative Computation
Die Sätze von Kirchhoff und Fisher, Kasteleyn und Temperley (schon vergeben)
Bei diesem Thema sollen zwei bekannte Algorithmen vorgestellt werden: Der Algorithmus von Kirchhoff
ermöglicht es in beliebigen Graphen die Anzahl der Spannbäume zu berechnen. Mit dem Algorithmus
von Fisher, Kasteleyn und Temperley lassen sich perfekte Matchings in planaren Graphen zählen.
Beide Verfahren reduzieren dabei das Problem auf die Berechnung einer Determinante.
Quellen:
- Jerrum, Counting, sampling and integrating: algorithms and complexity, Kapitel 1
Der Stabilisator der Determinante (schon vergeben)
In der Geometrischen Komplexitätstheorie spielt der Stabilisator des
Determinantenpolynoms eine große Rolle. Dieser wurde bereits 1897 von
Frobenius bestimmt. Im Vortrag soll dieser Satz von Frobenius
vorgestellt und bewiesen werden.
Quellen:
- Frobenius, 1897, "Über die Darstellung der endlichen Gruppe durch
lineare Substitutionen" Paragraph 7, Satz I
Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften,
Berlin, Seite 994-1015
Falls die Bücher in der Bibliothek ausgeliehen sind, können wir
Fotokopien der relevanten Abschnitte abgeben. Bitte bei Stefan Mengel
oder Christian Ikenmeyer melden.